Gern geriere ich mich als Komödiant – und bin von daher von Zeit zu Zeit (wenn ich als Künstler „im Dienst“ bin) ausfällig, frech, vorlaut, respektlos und was man sonst noch sein kann.
Ein Künstler (Komödiant) ist nun nicht rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr Künstler (Komödiant). Aber wenn er gerade berufs-“tätig“ ist, sollte man es schon merken.
Blöd ist nur, dass beim Einnehmen gewisser Amts-Positionen und Annehmen bestimmter Würden der Serotonin-Spiegel der Amts- und Würdenträger eine kritische Schwelle unterschreitet. Ein (zu) niedriger Serotonin-Spiegel vermindert die Wahrnehmungsfähigkeit und das Einfühlungsvermögen für die Umgebung erheblich – zu beobachten auch bei Patienten in einer hypomanischen Phase (also einer leichten Manie) genauso wie bei frisch Verknallten. Während leidenschaftliche Liebe zu einem Partner maximal zwei Jahre anhält (spätestens dann, meist viel eher haben sich die Hormonspiegel wieder normalisiert), bleibt der durch bis zum Wahnsinn gehende Selbstliebe („Nach sich selbst Verrückte“) unter den kritischen Schwellenwert gedrückte Serotonin-Spiegel der frisch Beförderten anormal lang niedrig, meist dann bis an ihr Ende – mit den oben beschriebenen nachteiligen Folgen.
Das wird flankiert dadurch, dass die Posten-Besitzer qua Amt ad hoc Immunität erlangen, praktisch also sofort immun sind, auch und vor allem gegen das Volk, gegen Dich und mich, die wir ihnen Kreti und Pleti sind. Herausragendsten Protagonisten in diesem Genre: die Herren Berlusconi und Sarkozy. Die sind sowas von immun …