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Okt 18, 2010
Schauspieler Netzwerk
“Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind! Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen! Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird! Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!”
Dieses Strophe aus einem Gedicht von Günter Eich, lässt mich fragen: Wer oder was ist “die Welt”? Ihr, KünstlerInnen, die Ihr beim Lesen der Zeilen des Dichters genickt und der letzten Zeile besonders heftig zugestimmt habt - wer, glaubt Ihr, ist “das Getriebe”? Sind wir uns sooo einig, wer wir sind und wer die anderen, denen wir Sand sein sollen? Ist die Hölle tatsächlich da draußen? Ich mag auch die Lieder ganz und gar nicht singen, die so mancher von mir erwartet, der sich selbst zu gern als Sandmann geriert, tatsächlich aber ein Ölkanne-Schwinger ist. Capisco?


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Okt 18, 2010
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Das AuGuSTheater Neu-Ulm hat am vergangen Freitag (23. Juli 2010) die Farce "Liebe geht durch den Magen" uraufgeführt. Geplant als Freilicht-Programm, zwang das Wetter Zuschauer und Akteure bei der Premiere des 16. (!) von Claudia Riese und Heinz Koch selbst geschriebenen Programms zum Ausweichen ins Restaurant „Konzertsaal“, was der freudigen Premierenstimmung keinesfalls Abbruch tat. Am Ende gab es langen Beifall und hartnäckige Zugabe-Rufe, denen das Ensemble nachgab.

Es war so etwas wie ein Gastspiel unmittelbar vor der eigenen Theater-Tür. Der ohnehin schon sehr ansprechende Gastraum mit Blumen und Kerzen geschmückt, die Tische festlich gedeckt – da war, da doch das Auge bekanntlich mitisst, der Rahmen für ein Gelingen mehr als gegeben.

Was dann über die Bühne ging, bereitete dem Publikum offenbar großes Vergnügen – wie am vielen Zwischenbeifall und den immer wieder durchs Lokal brandenden Lachsalven abzulesen war. Zwar dreht sich bei "Liebe geht durch den Magen" wieder einmal vieles um die Beziehung von Mann und Frau.


Okt 18, 2010
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Gern hab ich verkündet:
Ich spiel lieber zehn Mal für hundert Leute, als einmal für tausend.

Wenn ich mich bewege, muss das einen Grund haben, einen Beweggrund.
Was bewegt Millionen?
1,4 Millionen oder vier Millionen?
Welchen Grund gibt es für (solche und andere moderne) Völkerwanderungen?

Mit “Kultur” hat das allenfalls bedingt zu tun.
Mit Kunst gar nichts.

Die A40 war - nur blöd!
Der DU-PR-Versuch war - nur blöd!







Okt 18, 2010
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   So hat uns das Publikum gesehen - im Schluss-Bild von "Liebe geht durch den Magen" bei der "Zweiten" am letzten Samstag (24. Juli 2010) im "Café Konzertsaal". Festgehalten hat diesen Moment die Fotografin "köd" der "Augsburger Allgemeine", Ausgabe Neu-Ulm, veröffentlicht in der Printausgabe und im online-Auftritt der "NUZ".

Professor Dr. Dr. Humislaff Kowalski (alias Heinz Koch) in

 Professor Dr. Dr. Hummislaff Kowalski (Heinz Koch) in "Liebe geht durch den Magen", fotografiert während der Show am 28. Juli 2010 in Holzheim von Oliver Schulz (swp)


Okt 18, 2010
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Gern geriere ich mich als Komödiant – und bin von daher von Zeit zu Zeit (wenn ich als Künstler „im Dienst“ bin) ausfällig, frech, vorlaut, respektlos und was man sonst noch sein kann.

Ein Künstler (Komödiant) ist nun nicht rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr Künstler (Komödiant). Aber wenn er gerade berufs-“tätig“ ist, sollte man es schon merken.

Blöd ist nur, dass beim Einnehmen gewisser Amts-Positionen und Annehmen bestimmter Würden der Serotonin-Spiegel der Amts- und Würdenträger eine kritische Schwelle unterschreitet. Ein (zu) niedriger Serotonin-Spiegel vermindert die Wahrnehmungsfähigkeit und das Einfühlungsvermögen für die Umgebung erheblich – zu beobachten auch bei Patienten in einer hypomanischen Phase (also einer leichten Manie) genauso wie bei frisch Verknallten. Während leidenschaftliche Liebe zu einem Partner maximal zwei Jahre anhält (spätestens dann, meist viel eher haben sich die Hormonspiegel wieder normalisiert), bleibt der durch bis zum Wahnsinn gehende Selbstliebe („Nach sich selbst Verrückte“) unter den kritischen Schwellenwert gedrückte Serotonin-Spiegel der frisch Beförderten anormal lang niedrig, meist dann bis an ihr Ende – mit den oben beschriebenen nachteiligen Folgen.

Das wird flankiert dadurch, dass die Posten-Besitzer qua Amt ad hoc Immunität erlangen, praktisch also sofort immun sind, auch und vor allem gegen das Volk, gegen Dich und mich, die wir ihnen Kreti und Pleti sind. Herausragendsten Protagonisten in diesem Genre: die Herren Berlusconi und Sarkozy. Die sind sowas von immun …


Okt 18, 2010
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„Politisches Theater heute funktioniert nicht mehr über Ideologien, sondern über gesellschaftliche Analyse“, behauptet die Programmdirektorin des Festivals „Theater der Welt“, Frie Leysen. Wer aber liefert die Analyse? Brauchen wir da jemand? Loriot? Dario Fo? Pollesch? Petras? Ne, ich glaub, das leisten wir mal eben selbst. Und das Ergebnis unserer Analyse ist nicht falscher oder richtiger als das anderer. Aber es ist brauchbar. Für uns. Und unser Publikum.


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Okt 18, 2010
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Standbild aus

 Für den Deutschen Kurzfilmpreis 2010 wurde mit “Democracy Is …“ von Tino Schwanemann ein Film vorgeschlagen, der den Umgang mit Demokratie kritisch reflektiert.

Die Debatte könnte aktueller kaum sein. Gerade erst hat Thilo Sarrazin mit seinen kritischen Worten zur deutschen Integrationspolitik für Furore gesorgt und erfuhr von vielen Seiten heftige Kritik, so wird in diesem Zusammenhang sogleich das Demokratieverständnis unserer Politiker in Frage gestellt. Wenn der Bundespräsident, als eine neutrale Person, der Deutschen Bundesbank nahelegt, Sarrazin seiner Ämter zu entheben, nur weil dieser offen seine Meinung kundgetan hat, welche Bedeutung hat die ursprüngliche Definition von Demokratie noch?

Doch nicht nur in der Politik findet man Beispiele dafür. In der Kunst und im Film ist das nicht anders. Der Berliner Regisseur Tino Schwanemann wollte 2009 mit seinem Film „Democracy Is …“ an einem Filmwettbewerb teilnehmen, dessen zentrales Anliegen ein Diskurs über Demokratie war. Der Wettbewerb wurde vom U.S. Außenministerium veranstaltet. Doch Schwanemann wurde die Teilnahme untersagt, weil „ … sich der Film ausschließlich auf die negativen Seiten der amerikanischen Demokratie konzentriert und die positiven außer Acht lässt …“, so das U.S. Außenministerium. Kurz und knapp gab es diese Abfertigung, obwohl der Film die meisten Stimmen und Klicks seitens der Teilnehmer bekam.


Okt 18, 2010
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Der Sommer hatte es in sich: Bei der Eigenproduktion "Die Liebe geht durch den Magen" war man nicht gezwungen, an einem fremden Text zu kleben, sondern konnte von Show zu Show immer wieder revidieren und aktualisieren, konnte auch extemporieren. Einfüsse gab es ja genug. Vor allem die Lektüre von Allan und Barbara Pease "Warum Männer immer Sex wollen und Frauen von Liebe träumen" regte an sich schon mächtig an. Aber auch, wenn so ein Buch keine Links hat - es verführt doch, im Text enthaltenen Hinweisen nachzugehen.

 

"Eros, Ehe, Hosenteufel" von Reinhold Dörrzapf war eine zum Lesen zwingende Frucht der Recherche. Und dann pfuschte Spitzers "Lernen" nochmal dazwischen, Bill Bryson "Eine kurze Geschichte von fast allem" muuste ich nochmals quer lesen. Der Dölrrzapf zwang mich zum Googeln über Hormone, und flankierend befeuerten Andrea C. Busch mit ihren Schmökern "Mord zwischen Messer & Gabel" und (dem zusammen mit Almuth Heuner verfassten) "Mord zum Dessert" die graue Masse mit dem einen oder anderen Gedanken. Tatsächlich fand ich auch noch zu Schuhbecks "Meine Küche der Gewürze" und selbst "Waldis WM-Club" blieb nicht ohne Folgen, wie man hier hören kann.

 




Okt 18, 2010
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Wir haben ein neues Stück in Arbeit.
Der Arbeitstitel, den einige noch im Ohr haben, lautete: "Die ollen Säcke".
Wir haben eine Umfrage gemacht, Ergebnis: 66,6 Prozent  wollten "Helden auf dem Abstellgleis". Für "Die ollen Säcke" und "Auf dieser Seite des Paradieses"  stimmten je  13,3 Prozent. Wir wollen es poetisch, und deswegen sagen wir mal:
"Auf dieser Seite des Paradieses oder: Helden auf dem Abstellgleis"
Englischer Originaltitel: "This side of paradise".
Autor: Robert Benjamini

Premiere: Dezember 2010 Spielorte: Cafés, Keller, Gewölbe -

Kooperationspartner gesucht / können sich melden.


Besetzung:












Okt 18, 2010
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I'm a bit annoyed.

I am a professional actor and I get paid to act and I use that money to live.

Every so often I'm asked to do a short movie for free. I'm quite happy doing this if it's a no-budget project and we're all working for nothing, director, crew and the other actors alike.


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